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NABU Naturschutzzentrum Federsee
> Federseemoor > Entstehung des Federsees

  Entstehung des Federsees und Moorentwicklung
Ein letzter Gruß der Eiszeiten

Bad Buchau mit Federsee
Die Geschichte des Federsees begann nach der letzten Eiszeit, als von den Gletschern zurück gelassene Moränenhügel einen Schmelzwasser-See aufstauten: den Federsee. Im Lauf der Zeit verlandete der See stark. Aus der Verlandung entstand das Federseemoor.

Die folgenden Seiten nehmen Sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Hier können Sie nachlesen, welche Prozesse vom ursprünglichen Federseebecken zum heutigen Federsee mit seinem umgebenden Moor geführt haben.


Die Eiszeiten und der Federsee
Verlandung
Seefällungen
Moorentstehung und Torfbildung
 

  Die Eiszeiten und der Federsee
Gewaltige Kräfte und Schmelzwasserströme

Federsee mit Bussen
Als sich vor etwa 2 Millionen Jahren das Klima verschlechterte, drangen Gletscher von den Alpen kommend bis nach Oberschwaben vor. Sie gestalteten die Landschaft grundlegend um: Eismassen schoben sich durch die Täler, vertieften und verbreiterten sie und lagerten aus den Alpen mitgebrachtes Gestein ab.

Das Federseebecken wurde vor 15.000 Jahren durch die Endmoräne des Würmgletschers abgeriegelt: Die Gletscherzunge blieb unmittelbar südlich von Bad Buchau stehen. Am Ende des Gletschers schmolzen große Massen an Kies, Sand und Ton aus dem Eis aus und bildeten einen dammartigen Wall (Endmoräne). Es entstand eine abflusslose Senke von 30 km², die sich mit Schmelzwasser füllte - es entstand ein See, der Federsee.

Quiz: Warum gibt es in Oberschwaben so viele Kiesgruben?
 

  Verlandung
Von 30 km² auf 1,4 km²


Der nach der letzten Eiszeit (Würmeiszeit) rund 30 km² große Federsee verlandete auf natürliche Weise, aber auch durch menschlichen Einfluss.

Am Ende der Eiszeit füllten aus dem Gletscher ausschmelzender Kies und Sand den südlichen Teil des Federsees stark auf.

Später lagerten sich im gesamten Federsee Kalk und die Reste abgestorbener Wasserpflanzen auf dem Seeboden ab und hoben ihn an. Die Ufer wurden von Sumpfpflanzen besiedelt, die sich in dem flacher werdenden See immer weiter seewärts schoben. Es bildeten sich ausgedehnte Moorflächen.

Im 18.Jahrhundert umfasste der See noch etwa 10 km². Buchau, auf einem Moränenrücken gelegen, grenzte im Norden noch an offenes Wasser und zur Nachbargemeinde Oggelshausen gab es eine Fährverbindung!

Durch menschliche Eingriffe, die so genannten Seefällungen, schrumpfte der Federsee auf seine heutige Größe von ca. 1,4 km².
 

  Seefällungen
Landgewinnung - enttäuschte Hoffnungen

Kanzachkanal
Zwei künstliche Absenkungen des Seespiegels vor etwa 200 Jahren sollten Neuland gewinnen.

Jahrhunderte lang gab es immer wieder Streit zwischen dem reichen Damenstift Buchau und der zwar unabhängigen, aber eingeengten Stadt Buchau. Es ging um die Nutzung der feuchten Wiesen, um Weiderechte und Torfstich.

Um neues Land zu gewinnen, beschloss das Reichskammergericht, den Federsee abzusenken. 1787/88 wurde die nahegelegene Kanzach vertieft. Das brachte eine Seefällung von 85 cm.

Nach der Säkularisation 1802 verfolgte König Friedrich von Württemberg die Landgewinnung am Federsee weiter. 1808 wurde ein künstlicher Abfluss gegraben, der Kanzachkanal. Dadurch sank der Seespiegel um weitere 1,15 m. Dass der See nicht wie geplant um 3 m gesenkt werden konnte, lag am immer wieder nachdrängenden Fließsand am Durchstich zum Kanzachkanal.

Die gewonnenen Flächen waren feucht. Sie konnten meist nur zur Gewinnung von Einstreu genutzt werden ("Streuwiesen").
 

  Moorentstehung und Torfbildung
Das Konserven-Prinzip

Streuwiesen
Auf den verlandeten Flächen rund um den Federsee setzte die Moorentwicklung ein. Diese beginnt, wenn abgestorbenes Pflanzenmaterial nicht vollständig zersetzt werden kann, weil im wassergesättigten Boden der Sauerstoff fehlt. Die Reste der Pflanzen stapeln sich übereinander, es entsteht Niedermoortorf. Zunächst hat der Torf noch Kontakt zum mineralstoffhaltigen Grundwasser.

Im Lauf der Zeit wächst die Schicht uhrglasartig nach oben und verliert den Kontakt zum Grundwasser. Wenn die Niederschlagsmenge nur gering ist, halten sich Torfaufbau- und Torfabbauprozesse die Waage, und es ist trocken genug für die Ansiedlung von Gehölzen: Ein Moorwald entsteht.

Bei hoher Niederschlagsmenge entsteht ein Hochmoor, das vom Regen gespeist wird. Es ist nährstoff- und kalkarm. Nur Spezialisten können hier noch wachsen, z.B. die Torfmoose. Ursprünglich lag insbesondere über dem südlichen Federseeried eine mehrere Meter dicke Hochmoorschicht, die fast vollständig abgetorft wurde.

mehr Infos zum Torfabbau
 

  NABU-Naturschutzzentrum Federsee
Federseeweg 6
88422 Bad Buchau
Tel: 0 75 82 / 15 66
Fax: 0 75 82 / 17 78
eMail:
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